Jede neue Veröffentlichung eines Frontier-Modells scheint eine neue Welle von Weltuntergangsartikeln auszulösen. Googeln Sie einfach mal „das Ende der Bürojobs“ und Sie werden mit Diskussionen über das Ende der modernen Arbeit und die Auflösung des Gesellschaftsvertrags zwischen Arbeitnehmer:innen und Unternehmen überhäuft.
Worüber jedoch niemand spricht, und was meiner Meinung nach eine weitaus produktivere Diskussion wäre, sind die Chancen für Wissensarbeiter:innen.
Niemand versteht wichtige Geschäftsprozesse besser als Ihre Beschäftigten in den Fachbereichen. Nicht Führungskräfte. Nicht die IT. Nicht einmal die fortschrittlichsten LLMs. Gemeint sind Ihre Business Analysts und RevOps-Profis, Ihre Lieferkettenmanager:innen und Finanzverantwortlichen sowie die Mitarbeiter:innen, deren Fachwissen über Jahrzehnte hinweg aufgebaut wurde.
Damit ein Unternehmen wirklich intelligent wird, müssen diese Mitarbeiter:innen in die Erstellung und Bereitstellung von KI-Workflows einbezogen werden. Nur durch ihre Anleitung kann KI lernen und Ihr Unternehmen wirklich verstehen.
Aber wie sieht dieser Wandel konkret aus und wie können Unternehmen beginnen, KI gemeinsam mit ihren Wissensarbeiter:innen sinnvoll zu operationalisieren? Werfen wir einen Blick darauf.
Was Enterprise Intelligence erfordert
Stellen Sie sich vor, Sie präsentieren Ihrem Vorstand eine Reihe von Finanzdaten und empfehlen konkrete Maßnahmen. Dann, im nächsten Meeting, müssen Sie alles wieder rückgängig machen, weil Ihre KI-Schicht die Zahlen falsch berechnet hat.
Es gibt keinen schnelleren Weg, eine KI-Initiative scheitern zu lassen, als falsche Ergebnisse zu liefern. Ohne Vertrauen bricht das ganze System zusammen.
In unserer aktuellen Umfrage unter 1.400 Geschäfts- und IT-Führungskräften haben wir herausgefunden, dass zwar mehr als 90 % der Unternehmen künstliche Intelligenz einsetzen, aber nur 28 % ihr bei der Unterstützung von Entscheidungen vertrauen. Die Anzahl der Unternehmen, die ihre KI-Pilotprojekte in die Produktion überführt haben, lag bei knapp 25 %, was auf einen sehr starken Zusammenhang zwischen Vertrauen und Operationalisierung hindeutet.
Ein intelligentes Unternehmen ist demnach eine Organisation, in der vertrauenswürdige KI im gesamten Unternehmen verankert ist.
Wir bei Alteryx sagen, dass die Ergebnisse jedes KI-Systems unserem VURA-Framework folgen müssen: ein KI-System und seine Ergebnisse müssen sichtbar (visible), verständlich (understandable), wiederholbar (repeatable) und überprüfbar (auditable) sein. Mit anderen Worten: Zwei Personen müssen in der Lage sein, sich mit einer Frage an die KI zu wenden und zur selben Antwort zu gelangen. Jeder, der KI in seinen Workflows einsetzt, muss erklären können, wie sein KI-System zu dieser Antwort gelangt ist.
Wer ist für die Operationalisierung von KI verantwortlich?
Bei Enterprise Intelligence geht es um vertrauenswürdige KI, die in wichtigen Geschäftsprozessen eingesetzt wird. Aber wer ist letztendlich für diese KI-Systeme und -Prozesse verantwortlich: IT-Teams oder Wissensarbeiter:innen?
Angenommen, Sie möchten KI in Ihrem Sarbanes-Oxley-Prozess verwenden, z. B. in Ihren Buchungssätzen, Umsatzrealisierung, Zugriffskontrollen usw. Bevor die IT Ihnen bei der Erstellung eines neuen KI-Workflows helfen kann, muss sie zunächst Ihren Sarbanes-Oxley-Prozess im Detail verstehen. Anschließend müssen sie ein Tool programmieren, dem Ihr Finanzteam vertrauen kann.
Das ist möglich, sicher. Doch die Erstellung dieser Lösung würde unverhältnismäßig viel Zeit in Anspruch nehmen. Wenn dann eine neue Vorschrift in Kraft tritt oder eine Übernahme stattfindet, bricht das ganze System zusammen. Sie müssen sich erneut mit der IT abstimmen, um alles nachzujustieren.
Darüber hinaus möchte die IT-Abteilung nicht die Verantwortung dafür tragen müssen, wenn Ihre Bücher nicht stimmen oder Sie Compliance-Vorgaben verletzen. Daran wird deutlich, warum die Verantwortung für KI-Systeme und Workflows bei den Fachleuten liegen muss. Sie sind die einzigen, die über das Fachwissen verfügen, um die Richtigkeit der KI-Ergebnisse sicherzustellen. Sie sind die einzigen, die die Logik erfolgreich gestalten und definieren und die laufende Umsetzung überwachen können.
Daten sind der Treibstoff. Geschäftslogik hält KI auf Kurs.
Schließlich ist da noch die Frage der Daten. Wir alle kennen den Spruch: „Schlechter Input, schlechter Output.“ Da ich der CEO eines Data-Analytics-Unternehmens bin, könnten Sie vielleicht erwarten, dass ich sage, dass zuverlässige Daten das A und O sind, wenn es um vertrauenswürdige KI-Ergebnisse geht.
Und obwohl das absolut notwendig ist, ist es nur der erste Schritt.
Die Bündelung Ihrer Unternehmensdaten in einer Cloud-Datenplattform ist enorm wertvoll. All diese Daten sind dann leicht zugänglich. Sie erhalten eine zentrale Informationsquelle über Teams und Workflows hinweg. Aber Sie können Ihr LLM nicht auf eine Cloud-Datenplattform verweisen und und erwarten, dass es Ihre Daten für einen komplexen Geschäftsprozess sinnvoll interpretiert.
Auch hier brauchen Sie Menschen, die diese kritischen Prozesse verstehen und Ihre LLMs dabei anleiten, die richtigen Daten auf die richtige Weise zu interpretieren. Nur so werden Ihre KI-Systeme sichtbar, verständlich, wiederholbar und überprüfbar. Ja, Sie benötigen saubere, zuverlässige Daten. Aber darüber hinaus benötigen Sie Geschäftslogik rund um diese Daten. Und die kann nur von Ihren Wissensarbeiter:innen kommen.
Die fünf Säulen der Enterprise Intelligence
Ganz grundsätzlich stützt sich Enterprise Intelligence auf fünf Grundpfeiler:
- Vertrauenswürdige, transparente Daten
- Gestärkte Business Analysts
- Gemeinsame Verantwortung innerhalb der Führungsebene
- Funktionsübergreifende Zusammenarbeit
- Führungskräfte, die sich gemeinsam mit KI weiterentwickeln
Jede Säule bekräftigt die gleiche Grundidee: KI wird nur dann wertvoll, wenn sie auf zuverlässigen Daten basiert, von echtem Geschäftswissen geprägt, von Führungskräften unterstützt und über Teams hinweg skaliert wird, die sie zur Verbesserung ihrer täglichen Prozesse einsetzen können.
Nutzen Sie die Intelligenz um Sie herum
Als Führungskraft, die ein intelligentes Unternehmen aufbauen möchte, sind die wichtigsten Fragen, die sie sich stellen sollten, diejenigen, die sich mit der Operationalisierung von KI in zentralen Geschäftsprozessen befassen. Was wäre nötig, damit Sie den Ergebnissen der KI vertrauen könnten? Was würde KI-gestützte Prozesse Ihren derzeitigen überlegen machen?
Sobald Sie diese Antworten haben, sollten Sie umgehend Ihre Fachkräfte einbeziehen. Geben Sie ihnen Verantwortung und Handlungsspielraum. Anstatt KI zu bitten, sie zu ersetzen, sollten Sie auf ihre Intelligenz setzen. Lassen Sie Ihre Wissensarbeiter:innen ihr Fachwissen nutzen, um KI zu erweitern, zu gestalten und zu steuern. Erst ihre geschäftliche Kompetenz macht Enterprise Intelligence wirklich möglich.