Was ist eine Cloud-Datenplattform?

Cloud-Datenplattformen sind Cloud-basierte Umgebungen, die Datenspeicherung, Rechenleistung und Analysetools kombinieren, sodass Unternehmen Daten verwalten und analysieren können, ohne von einer lokalen Infrastruktur abhängig zu sein.

Erweiterte Definition

Cloud-Datenplattformen gehen über die bloße Speicherung von Informationen hinaus und vereinen Speicher, Rechenleistung und Analysetools in einer Umgebung. Sie unterstützen Teams bei der Arbeit mit umfangreichen und vielfältigen Datasets, ohne an die Grenzen herkömmlicher Systeme zu stoßen – etwa bei fester Speicherkapazität, Hardware, deren Beschaffung Wochen dauert, oder Formaten, die nur für bereinigte, strukturierte Daten ausgelegt sind.

Ebenso wichtig ist, dass Cloud-Datenplattformen Kontrollen für Sicherheit und Governance enthalten. Funktionen wie rollenbasierter Zugriff und Prüfpfade ermöglichen es, Daten teamübergreifend bereitzustellen, ohne den Überblick darüber zu verlieren, wer auf welche Daten zugegriffen hat.

Diese Plattformen sind auf Flexibilität ausgelegt. Unternehmen können in Spitzenzeiten skalieren, externe Datenquellen einfach integrieren und neue Technologien wie Machine Learning ohne eine umfassende Überarbeitung der Infrastruktur einführen.

Dieser Bedarf an Flexibilität spiegelt sich in den Marktzahlen wider. Untersuchungen von Gartner zu Cloud-Datenbankmanagementsystemen zeigen, dass Daten- und Analyseverantwortliche zunehmend Cloud-Analytics-Datenbanken für KI- und Data-Science-Workloads in Betracht ziehen, und nicht mehr nur für herkömmliche Berichterstattung.

Auch die Zahlen von IDC bestätigen diesen Trend: Die weltweiten Ausgaben für Public-Cloud-Dienste werden voraussichtlich im Jahr 2026 die Marke von einer Billion US-Dollar überschreiten. Dabei wächst der Platform-as-a-Service-Bereich mit über 37 % schneller als jede andere Kategorie, maßgeblich getrieben durch die Einführung von KI- und Datenplattformen.

Wie Cloud-Datenplattformen in Geschäft und Daten angewendet werden

Der wahre Wert einer Cloud-Datenplattform zeigt sich in schnellerem Datenzugriff, weniger Zeitaufwand für den Abgleich widersprüchlicher Tabellenkalkulationen sowie Analysefunktionen, die flexibel mit dem Unternehmen skalieren, anstatt an einen festen Budgetposten für Hardware gebunden zu sein.

Hier sind einige Beispiele dafür, wie Cloud-Datenplattformen Teams im gesamten Unternehmen unterstützen:

  • Vereinheitlichung fragmentierter Datenökosysteme. Finanzteams können ERP-, CRM- und externe Wirtschafts-Datasets in einer einzigen Umgebung zusammenführen, anstatt jeden Monat drei separate Exporte abgleichen zu müssen. Ein Einzelhandelsanalyst kann Point-of-Sale-Daten, Kampagnenkennzahlen des Marketingteams und Wirtschaftsdaten von Drittanbietern abrufen und diese kombinieren, ohne auf die Bearbeitung eines Data-Engineering-Tickets warten zu müssen.
  • Schnellere Gewinnung von Erkenntnissen. Einzelhändler können Prognosemodelle zum Kundenverhalten innerhalb von Stunden statt Wochen ausführen – ein entscheidender Vorteil, wenn eine Werbeaktion nur wenige Tage läuft und Entscheidungen zu Preisen oder Lagerbeständen nahezu in Echtzeit getroffen werden müssen.
  • Kosteneffiziente Skalierung von Analysen. Ein Finanzteam, das den Quartalsabschluss durchführt, benötigt keine Hochleistungshardware, die in den übrigen elf Monaten des Jahres ungenutzt bleibt. Es kann für die arbeitsintensive Woche zusätzliche Rechenleistung bereitstellen und diese anschließend wieder reduzieren, sodass nur die tatsächlich genutzten Ressourcen bezahlt werden.
  • Ermöglichen einer funktionsübergreifenden Zusammenarbeit. Lieferketten-, Betriebs- und Vertriebsteams können auf dieselben, zentral verwalteten Daten zugreifen, anstatt separate Tabellenversionen der „Zahlen“ zu pflegen; dies reduziert den Abstimmungsaufwand darüber, welche Zahlen korrekt sind.
  • Durchführung von Advanced Analytics direkt mit Cloud-Daten. Machine Learning und Prognosemodelle können direkt auf den Daten ausgeführt werden, wo sie gespeichert sind, ohne dass diese zuvor in eine separate Umgebung exportiert werden müssen.

Im Hintergrund ermöglichen einige zentrale Funktionen diese Ergebnisse:

  • Datenvereinheitlichung: Die Plattform führt Daten aus CRM-, ERP- und Drittanbieterquellen an einem Ort zusammen, was sich mit der Cloud-Datenintegration überschneidet, der breiteren Disziplin der Verbindung und Synchronisierung von Systemen, damit Daten automatisch zwischen ihnen fließen.
  • Bedarfsgesteuerte Skalierung: Rechen- und Speicherkapazitäten passen sich dem aktuellen Bedarf an, anstatt an Hardware gebunden zu bleiben, die ursprünglich für das Arbeitsaufkommen des Vorjahres ausgelegt war.
  • Kontrollierter Echtzeitzugriff: Abteilungsübergreifende Teams arbeiten auf der Basis einheitlicher Daten, unter Wahrung von Zugriffsrechten und lückenloser Prüfpfade, anstatt Tabellenkalkulationen per E-Mail hin- und herzuschicken.

Herausforderungen bei der Nutzung von Cloud-Datenplattformen

Doch keiner dieser Vorteile stellt sich automatisch ein, nur weil die Daten in die Cloud verlagert wurden.

Untersuchungen von McKinsey zu Cloud-Transformationen in Unternehmen haben ergeben, dass nur etwa 10 % der Organisationen den ursprünglich erwarteten Mehrwert tatsächlich erzielen. Meist liegt die Ursache im selben Problem: Die Infrastruktur wurde zwar in die Cloud verlagert, doch die Arbeitsweise der Beschäftigten im Umgang mit Daten hat sich nicht entsprechend angepasst.

Speicher- und Rechenkapazitäten werden zwar modernisiert, aber dennoch erstellt jemand einen Bericht, exportiert ihn in eine Tabelle, bereinigt ihn manuell und wiederholt diesen Vorgang Woche für Woche. Die Plattform hat sich zwar geändert. Nicht aber die täglichen Arbeitsabläufe. Der manuelle Engpass, der bereits im On-Premises-Betrieb für Verzögerungen sorgte, verlagert sich somit lediglich in die Cloud, anstatt zu verschwinden.

Weitere Aspekte, die Unternehmen bei der Nutzung von Cloud-Datenplattformen oft vor Herausforderungen stellen, sind:

  • Lücken bei Datenqualität und Governance: Die Verlagerung von Daten in die Cloud führt nicht automatisch zu deren Bereinigung, Dokumentation der Herkunft oder Erhöhung der Vertrauenswürdigkeit.
  • Kompetenzlücken: Nicht in jedem Team gibt es Mitarbeiter:innen, die in der Lage sind, die für die Plattform erforderlichen Abfragen zu schreiben oder Daten-Pipelines zu erstellen.
  • Kostenmanagement: Nutzungsbasierte Preismodelle bieten zwar Flexibilität, doch die Kosten können schnell in die Höhe schnellen, wenn der Verbrauch nicht aktiv überwacht wird.
  • Integrations-Altlast: Legacy-Systeme und On-Premises-Tools lassen sich nicht immer nahtlos in eine neue Cloud-Umgebung integrieren, sodass Teams neben der eigentlichen Plattform auch noch eigene, maßgeschneiderte Konnektoren warten müssen.

Genau diese Lücke schließt Analytics utomation. Alteryx bietet Low-Code- und No-Code-Automatisierung, die direkt auf Cloud-Plattformen aufsetzt. So können Anwender:innen Cloud-native Daten vorbereiten, zusammenführen und analysieren, ohne auch nur eine Zeile Code schreiben zu müssen.

So funktionieren Cloud-Datenplattformen

Jede Cloud-Datenplattform basiert auf drei wesentlichen Modulen, die nahtlos ineinandergreifen sollen, anstatt als isolierte Einzelsysteme nebeneinander zu existieren:

  1. Datenspeicher: In der Regel handelt es sich um Objektspeicher, die sowohl für strukturierte Daten (etwa Verkaufstransaktionen in übersichtlichen Zeilen und Spalten) als auch für teilstrukturierte Daten (wie JSON-Logs oder Sensormesswerte) ausgelegt sind. Man muss sich nicht bereits vor der eigentlichen Datennutzung auf ein bestimmtes Format festlegen.
  2. Rechenleistung: Die „Rechenpower“, die sich bei Bedarf skalieren lässt. Müssen für den Quartalsabschluss Transaktionsdaten eines ganzen Jahres verarbeitet werden? Dann lassen sich für diesen Zeitraum zusätzliche Rechenressourcen zuschalten und anschließend wieder reduzieren.
  3. Analysedienste: Tools für Abfragen, Reporting, Machine Learning und Visualisierung, die alles von Standard-Dashboards für Business Intelligence bis hin zu prädiktiven Modellen ermöglichen. Da sie direkt auf der Speicher- und Rechenebene aufsetzen, müssen Data Analysts nicht zwischen verschiedenen, nicht miteinander verknüpften Tools hin- und herwechseln, nur um eine einzige Frage zu beantworten.

Hinzu kommt ein vierter Aspekt, der das Ganze zusammenhält: Sicherheit, Data Governance und Compliance. Funktionen wie rollenbasierter Zugriff und Prüfpfade versetzen Unternehmen in die Lage, Daten-Compliance-Anforderungen wie DSGVO, HIPAA und SOC 2 zu erfüllen, und zwar nicht erst nachträglich als Reaktion auf eine Prüfung, sondern durch eine von Anfang an integrierte Architektur.

Use Cases

Verschiedene Teams nutzen Cloud-Datenplattformen aus unterschiedlichen Gründen, verfolgen dabei jedoch alle dasselbe Ziel: schnelleren Zugriff auf Daten, denen sie tatsächlich vertrauen können.

Hier sind einige Beispiele dafür, wie Teams Cloud-Datenplattformen in ihre täglichen Arbeitsabläufe integrieren:

  • Finanzwesen: Konsolidierung von ERP-, CRM- und Marktdaten, um Abschlüsse schneller zu erstellen und Szenarien ad hoc zu modellieren.
  • Marketing: Verknüpfung von Kampagnenleistung und Kundendaten, um Zielgruppen präzise anzusprechen und den ROI nachzuweisen, ohne auf die IT warten zu müssen.
  • IT: Zentralisierung von Cloud-Datenmanagement-Prozessen (wie Governance und Zugriffssteuerung) über verschiedene Abteilungen hinweg, um Schatten-IT und redundante Daten-Pipelines zu reduzieren.
  • Lieferkette und Betrieb: Kombination von Daten zu Lagerbeständen, Logistik und Nachfrage, um Störungen zu erkennen, bevor sie kostspielig werden.
  • Vertrieb: Verknüpfung von CRM-Daten mit externen Marktsignalen zur Verbesserung der Prognosegenauigkeit.

Branchenbeispiele

Hier sind einige Möglichkeiten, wie verschiedene Branchen Cloud-Datenplattformen nutzen:

  • Gesundheitswesen: Ein Anbieter integriert EHR-, Schadens- und IoT-Gerätedaten, um eine vorausschauende Patientenversorgung zu unterstützen
  • Fertigung: IoT-Sensordaten werden für die vorausschauende Wartung aggregiert, um ein fehlerhaftes Teil zu erfassen, bevor es zum Stillstand einer Produktionslinie führt.
  • Hochschulwesen: Universitäten kombinieren Studentendaten, Lernmanagementsysteme und Forschungsdaten, um den Studienerfolg zu verbessern und die Forschung zu beschleunigen.
  • Finanzen: Risikoteams führen anhand von Streaming-Marktdaten Stresstests für globale Portfolios durch.

Häufig gestellte Fragen

Wie unterscheidet sich eine Cloud-Datenplattform von einem herkömmlichen Data Warehouse? Herkömmliche Data Warehouses verfügen über einen festen Speicher und eine begrenzte Flexibilität. Cloud-Datenplattformen lassen sich bei Bedarf skalieren, sind kostengünstiger im Betrieb und verarbeiten eine weitaus größere Vielfalt an Datentypen – zudem fungieren viele von ihnen heute als Data Lakehouse, das die Struktur eines Data Warehouse mit der Flexibilität eines Data Lake vereint.

Wie viel kostet eine Cloud-Datenplattform? Die meisten Cloud-Datenplattformen setzen auf ein verbrauchsabhängiges Preismodell, bei dem Speicher und Rechenleistung separat abgerechnet werden, anstatt eine pauschale Lizenzgebühr zu erheben. Genau darin liegt ein wesentlicher Vorteil, da Teams nur für das bezahlen, was sie tatsächlich nutzen. Allerdings können die Kosten ohne aktive Überwachung schnell in die Höhe schnellen, daher stellt das Kostenmanagement für Unternehmen, die solche Plattformen einführen, oft eine Herausforderung dar.

Ersetzen Cloud-Datenplattformen On-Premise-Systeme vollständig? Nicht unbedingt. Viele Unternehmen setzen auf hybride Ansätze, indem sie sensible Workloads lokal belassen und skalierbare Prozesse in die Cloud verlagern.

Wie entwickeln sich Cloud-Datenplattformen weiter, um KI und agentenbasierte Analyse zu unterstützen?Angesichts der zunehmenden Investitionen in KI müssen Cloud-Datenplattformen KI-fähige Daten bereitstellen: Daten, die bereinigt, strukturiert und durch Governance-Richtlinien abgesichert sind, damit Modelle und KI-Agenten sie tatsächlich nutzen können. Dies ist die Grundvoraussetzung für agentenbasierte Analysen, bei denen autonome Agenten direkt auf die Plattform zugreifen, um mit minimalem manuellem Eingriff Daten zu analysieren und Maßnahmen zu ergreifen.

Wie integriert sich Alteryx in Cloud-Datenplattformen? Alteryx verbindet sich nativ mit AWS, Snowflake, Azure und Google Cloud, sodass Sie Workflows automatisieren, Prognosemodelle integrieren und Analysen unternehmensweit steuern können, ohne dabei zwischen verschiedenen Tools wechseln zu müssen.

Weitere Ressourcen

Quellen und Referenzen

Synonyme

  • Cloud Analytics-Plattform
  • Data-Lakehouse-Plattform
  • Cloud Data Warehouse

Dazugehörige Begriffe

Zuletzt überprüft: August 2026

Alteryx Redaktionsstandards und Überprüfung
Dieser Glossareintrag wurde vom Alteryx Content-Team erstellt und auf Klarheit, Genauigkeit und Übereinstimmung mit unserem Fachwissen in Data Analytics Automation überprüft.